Website für KI optimieren: Was KI 2026 verändert
Wer heute in Österreich etwas googelt, bekommt oft zuerst eine Antwort und erst darunter die Links. Dazu kommen ChatGPT, Gemini und Claude, die Fragen beantworten, ohne dass jemand eine Website öffnet. Für Unternehmen stellt sich damit eine praktische Frage: Wie bleibt die eigene Website in diesen Antworten sichtbar, und was muss man dafür wirklich tun?
Dieser Beitrag zeigt, was sich 2026 durch KI an Websites ändert, mit Zahlen aus offiziellen Quellen und sechs kleinen Grafiken zum Ausprobieren. Am Ende steht eine Checkliste, mit der Sie Ihre Website für KI optimieren können, ohne Geld für Dinge auszugeben, die nichts bringen.
01Die Suche antwortet jetzt selbst
Seit 25. März 2025 zeigt Google in Österreich die Übersicht mit KI an, auf Deutsch und Englisch. Am 8. Oktober 2025 kam der KI-Modus dazu, ein eigener Reiter in der Google-Suche, in dem man Fragen wie im Gespräch stellt. Laut Google hatte der KI-Modus im Mai 2026 bereits mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat.
Außerhalb von Google wächst ChatGPT: OpenAI nennt mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Viele Menschen fragen dort nach einem Friseur in der Nähe, einem Installateur für Samstag oder dem Unterschied zwischen zwei Angeboten. Die Antworten stützen sich auf Websites, die das System vorher gelesen hat. Ob Ihre dabei ist, hängt von Dingen ab, die Sie zum größten Teil selbst in der Hand haben.
Übersicht mit KI
salon-a.atsalon-b.atgoogle.com/maps
- Salon A · Friseur in 1060 WienÖffnungszeiten, Preise und Online-Termin
- Salon B · Haarschnitt MariahilfDamen, Herren, Kinder. Samstag geöffnet
- Die 10 besten Friseure in WienBewertungen und Vergleich
- Salon C · Friseur Gumpendorfer StraßeTermin per Telefon
Vereinfachtes, erfundenes Beispiel. Mit KI-Übersicht rutschen die klassischen Treffer nach unten, und zitiert werden die Seiten, deren Inhalte die Frage am klarsten beantworten.
02Weniger Klicks, bessere Klicks
Wie stark die KI-Antworten das Klickverhalten verändern, hat das Pew Research Center gemessen. Ausgewertet wurden 68.879 echte Google-Suchen von 900 Erwachsenen in den USA im März 2025. Ohne KI-Zusammenfassung klickten die Nutzer bei 15 Prozent der Suchen auf ein normales Ergebnis, mit Zusammenfassung nur bei 8 Prozent. Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickte nur 1 Prozent.
Google selbst schreibt in seiner Dokumentation für Website-Betreiber, dass Klicks aus Suchseiten mit KI-Übersicht "von höherer Qualität" seien, die Besucher also länger auf der Website bleiben. Beides passt zusammen: Einfache Fragen beantwortet die KI direkt, und wer trotzdem klickt, will meistens etwas entscheiden, einen Termin buchen oder einen Preis vergleichen. Für diesen Besuch muss die Seite in wenigen Sekunden liefern, was er sucht.
03Was Google für die KI-Suche verlangt
Rund um KI-Suche werden gerade viele neue Dienstleistungen verkauft, oft unter Namen wie GEO oder AEO. Google sagt dazu in seiner offiziellen Dokumentation erstaunlich klar: Für die Übersicht mit KI und den KI-Modus gibt es "keine zusätzlichen Anforderungen" und keine speziellen Optimierungen. Man braucht keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine KI-Textdateien und keine besonderen strukturierten Daten. Es gelten die normalen Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung.
Zählt laut Google
- Seite ist indexiert und darf als Snippet erscheinen
- Wichtige Inhalte stehen als Text auf der Seite
- Texte beantworten echte Fragen von Menschen
- Gute Bedienbarkeit, auch am Handy
Braucht es laut Google nicht
- Eigene KI-Textdateien wie llms.txt
- Spezielles Schema-Markup für KI
- Neue maschinenlesbare Dateien
- Teure "KI-Optimierung" als Extra-Paket
Wer also eine gut gebaute, schnelle Website mit klaren Texten hat, ist für die Google-KI bereits richtig aufgestellt. Wie gute Texte für Menschen und KI aussehen, zeige ich auch im Beitrag Webdesign-Trends 2026. Ob sich zusätzlich Werbung in der KI-Suche lohnt, steht im Vergleich Google Ads vs KI.
04Welche KI-Bots Ihre Website lesen
Die großen KI-Anbieter schicken eigene Programme, sogenannte Crawler, auf Websites. Wichtig ist ein Unterschied, den viele übersehen: Manche Crawler sammeln Inhalte für das Training neuer KI-Modelle, andere lesen Seiten, damit sie in Suchantworten erscheinen. Beides lässt sich in der Datei robots.txt getrennt steuern.
Laut OpenAI ist GPTBot für das Training zuständig und OAI-SearchBot für die Suche in ChatGPT. Man kann GPTBot sperren und trotzdem in der ChatGPT-Suche erscheinen. Bei Anthropic heißen die Gegenstücke ClaudeBot und Claude-SearchBot. Google-Extended steuert, ob Inhalte für das Training von Gemini genutzt werden, und hat laut Google keinen Einfluss auf die Google-Suche oder das Ranking.
- In KI-Suchantworten
- Inhalte fürs KI-Training
- bleibtGoogle-Suche und Ranking
Schalten Sie Crawler ein oder aus. Die Wirkung beruht auf den Angaben von OpenAI, Anthropic und Google. Einen Crawler zu sperren, entfernt bereits gelesene Inhalte nicht aus bestehenden Modellen.
Für die meisten kleinen Unternehmen ist die Entscheidung einfach: Die Such-Crawler sollten Zugang haben, sonst kann ChatGPT Ihr Angebot nicht empfehlen. Beim Training können Sie frei wählen. Wer eigene Texte, Fotos oder Rezepte schützen will, sperrt die Trainings-Crawler und verliert dadurch keine Sichtbarkeit in der Suche.
05Was KI-Crawler nicht sehen
Viele moderne Websites bauen Inhalte erst im Browser mit JavaScript zusammen, etwa Preislisten, Öffnungszeiten aus einem Widget oder ganze Seiten aus einem Baukasten. Für Menschen sieht das gleich aus. Eine Auswertung von Vercel vom Dezember 2024 zeigt aber, dass die großen KI-Crawler GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot kein JavaScript ausführen. Was erst per Script erscheint, existiert für sie nicht. Gemini nutzt dagegen die Technik des Googlebots und kann JavaScript darstellen.
Kosmetikstudio Beispiel · Wien
Gesichtsbehandlungen, Wimpern und Maniküre in 1070 Wien.
Erfundenes Beispiel. Fragt jemand ChatGPT nach Preisen oder Öffnungszeiten dieses Studios, fehlt genau diese Information.
Die Lösung ist technisch unspektakulär: Preise, Leistungen, Öffnungszeiten, Adresse und Telefonnummer gehören als normaler Text ins HTML der Seite. Bei Websites, die ich baue, wird der Inhalt deshalb immer auf dem Server erzeugt. Animationen und Effekte kommen obendrauf, der Text funktioniert aber auch ohne sie.
06KI auf der eigenen Website und der AI Act
KI verändert nicht nur, wie Websites gefunden werden, sondern auch, was auf ihnen passiert: Chatbots beantworten Fragen, Texte und Bilder entstehen mit KI-Werkzeugen. Seit 2. August 2026 gelten dafür die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des europäischen AI Act. Die KI-Servicestelle der RTR fasst die wichtigsten Punkte für Österreich zusammen.
Chatbot auf der Website
Besucher müssen erkennen, dass sie mit einer KI schreiben. Ein Hinweis nur in den AGB oder in einer Dokumentation reicht laut RTR nicht. Am einfachsten ist ein sichtbarer Satz direkt im Chatfenster.
Bilder, die echt wirken
KI-Bilder oder Videos, die echten Personen, Orten oder Ereignissen täuschend ähneln, müssen als KI-erzeugt gekennzeichnet werden (Art. 50 Abs. 4). Illustrationen, die erkennbar keine Fotos sind, fallen nicht darunter.
Texte mit KI
Für Texte gilt eine Kennzeichnungspflicht, wenn sie die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren. Prüft und verantwortet ein Mensch den Text, entfällt sie.
Für eine normale Unternehmenswebsite heißt das: Ein Chatbot braucht einen klaren Hinweis, fotorealistische KI-Bilder bekommen eine kleine Kennzeichnung, und Texte, die Sie selbst prüfen, bleiben ohne Vermerk. Die Angaben hier ersetzen keine Rechtsberatung.
07Österreichs Unternehmen und KI
Österreich gehört bei KI zu den schnelleren Ländern in Europa. Laut Statistik Austria nutzten 2025 bereits 30 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI-Technologien, im EU-Schnitt waren es 20 Prozent. 2021 lag Österreich noch bei 9 Prozent.
2021
2023
2024
2025
Quelle: Statistik Austria, Pressemitteilung vom 24. Juni 2026 (Eurostat-Erhebung über IKT-Einsatz in Unternehmen ab 10 Beschäftigten). 2022 wurden keine Daten zu KI erhoben.
Interessant ist die andere Seite der Statistik: 77 Prozent der österreichischen Unternehmen, die noch keine KI nutzen, haben darüber noch gar nicht nachgedacht. Wer es erwogen und sich dagegen entschieden hat, nennt am häufigsten fehlendes Fachwissen (15 Prozent), Datenschutzbedenken und rechtliche Unklarheiten (je 11 Prozent). Fehlenden Nutzen geben nur 5 Prozent an. Das deckt sich mit dem, was ich von Kunden höre: Interesse ist da, es fehlt an jemandem, der die Technik verständlich einordnet.
08Checkliste: Website für KI optimieren
Diese acht Punkte decken ab, was für die Sichtbarkeit in Google, ChatGPT und anderen KI-Antworten zählt. Haken Sie ab, was bei Ihrer Website schon erledigt ist.
Fangen Sie oben an. Die ersten drei Punkte bringen am meisten.
Ich bringe Ihre Website in die KI-Ära
Sie wollen wissen, wie Ihre Website in Google, im KI-Modus und in ChatGPT dasteht? Ich prüfe Texte, Technik und robots.txt und sage Ihnen ehrlich, was sich lohnt und was nicht. Danach setze ich die Punkte um, auf Wunsch mit einer neuen, schnellen Website.
Häufige Fragen
Was bedeutet "Website für KI optimieren" konkret?
Die Website so aufzubauen, dass Google, ChatGPT und andere KI-Systeme ihre Inhalte lesen, verstehen und in Antworten zitieren können. Dazu gehören Texte, die konkrete Fragen beantworten, wichtige Angaben als normaler Text, eine schnelle und indexierte Website und eine robots.txt, die Such-Crawler nicht aussperrt. Laut Google braucht es darüber hinaus keine besonderen KI-Maßnahmen.
Brauche ich eine llms.txt-Datei?
Für Google nicht. Google schreibt ausdrücklich, dass man für die Übersicht mit KI und den KI-Modus keine KI-Textdateien und keine neuen maschinenlesbaren Dateien erstellen muss. Eine llms.txt schadet nicht, ersetzt aber keine gut lesbaren Inhalte auf der Website.
Verliere ich Besucher durch die Übersicht mit KI?
Bei einfachen Fragen wahrscheinlich ja. In der Messung von Pew Research sank der Anteil der Klicks auf normale Ergebnisse von 15 auf 8 Prozent, wenn eine KI-Zusammenfassung erschien. Laut Google bleiben Besucher, die trotzdem klicken, länger auf der Website. Entscheidend ist, dass Ihre Seite die Fragen beantwortet, für die sich ein Klick lohnt: Preis, Termin, Ablauf.
Sollte ich GPTBot in der robots.txt sperren?
Das können Sie, ohne Nachteile in der ChatGPT-Suche. GPTBot sammelt laut OpenAI Inhalte für das Training, für die Suche ist OAI-SearchBot zuständig. Beide lassen sich getrennt erlauben oder sperren. Ähnlich ist es bei ClaudeBot und Claude-SearchBot von Anthropic.
Muss ich einen Chatbot auf meiner Website kennzeichnen?
Ja. Seit 2. August 2026 müssen Besucher nach Artikel 50 des AI Act erkennen können, dass sie mit einer KI kommunizieren. Laut RTR reicht ein Hinweis nur in den AGB nicht, er sollte sichtbar im Chat stehen.
Quellen
- Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website, Stand 10.12.2025
- Google: AI Overviews in weiteren Ländern Europas, 25.03.2025
- Google: Der KI-Modus startet in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 08.10.2025
- Google: Search auf der I/O 2026, 19.05.2026
- OpenAI: Scaling AI for everyone, 2026
- Pew Research Center: Klicks bei KI-Zusammenfassungen, 22.07.2025
- OpenAI: Crawler und User-Agents
- Anthropic: Crawler und robots.txt
- Google: Google-Extended
- Vercel: The rise of the AI crawler, 17.12.2024
- RTR KI-Servicestelle: Transparenzpflichten
- Statistik Austria: KI-Einsatz in Unternehmen 2025, 24.06.2026


