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Webdesign-Trends 2026: Was jetzt zählt

Marin Florentin
Webdesign-Trends 2026 Was jetzt zählt

Jedes Jahr erscheinen neue Listen mit Webdesign-Trends, und vieles darin ist Geschmackssache. Für 2026 lohnt sich ein genauerer Blick auf Entwicklungen, hinter denen etwas Handfestes steht: ein Gesetz, eine neue Funktion in allen großen Browsern, ein Messwert von Google oder die Designsprache, die Apple und Google auf Millionen Handys ausrollen.

Dieser Beitrag stellt acht solcher Entwicklungen vor. Zu jeder gibt es eine kleine Live-Demo zum Ausprobieren und einen kurzen Teil dazu, was sie für die Website eines kleinen oder mittleren Unternehmens bedeutet.

01Barrierefreiheit wird Pflicht

Seit 28. Juni 2025 gilt in Österreich das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG). Es setzt eine EU-Richtlinie um und verlangt unter anderem, dass Webshops, Online-Buchungsportale und andere Dienste im elektronischen Geschäftsverkehr für Menschen mit Behinderungen nutzbar sind. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis 80.000 Euro.

Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind von den Anforderungen ausgenommen. Für viele kleine Betriebe ist Barrierefreiheit also keine Pflicht. Gut gemachte Websites erfüllen die Grundlagen trotzdem, weil sie allen Besuchern helfen: ausreichende Kontraste, lesbare Schriftgrößen, Bedienung per Tastatur und Bilder mit Alternativtext. Den Kontrast können Sie gleich hier prüfen.

Live-DemoKontrast-Rechner

2,5 : 1

  • Normaler Text (AA, ab 4,5 : 1)
  • Großer Text (AA, ab 3 : 1)
  • Erhöhte Stufe (AAA, ab 7 : 1)

Die Grenzwerte stammen aus den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG). Auch Koralle auf Weiß reicht für kleinen Text nicht aus und eignet sich eher für Flächen und große Überschriften.

  • Kontrast von Fließtext, Buttons und Formularfeldern prüfen
  • Alle Funktionen auch mit der Tabulatortaste bedienen können
  • Jedem aussagekräftigen Bild einen Alternativtext geben
  • Formularfelder mit sichtbaren Beschriftungen versehen, nicht nur mit Platzhaltertext

02Mehr Ausdruck, weniger Vorlage

Nach Jahren mit sehr ähnlichen, flachen Oberflächen setzen die großen Plattformen wieder auf Form, Farbe und Bewegung. Google hat 2025 Material 3 Expressive vorgestellt, die neue Gestaltung für Android und viele Google-Apps. Nach Angaben von Google stecken dahinter 46 Studien mit mehr als 18.000 Teilnehmenden. In Eye-Tracking-Tests fanden die Teilnehmenden wichtige Bedienelemente, etwa den Senden-Button in einer E-Mail-App, bis zu viermal schneller als im bisherigen Design.

Für eine Website heißt das nicht, dass alles bunt und verspielt werden muss. Es heißt, dass die wichtigste Aktion einer Seite auffallen darf. Ein großer Button in einer eigenen Farbe, eine Form, die nicht aus jeder zweiten Vorlage stammt, und eine spürbare Reaktion beim Antippen machen „Termin buchen“ oder „Anfrage senden“ leichter auffindbar.

Live-DemoTippen Sie auf beide Buttons

Zurückhaltend

Ausdrucksstark

Gleiche Funktion, andere Wirkung: Größe, Farbe, Form und eine Rückmeldung beim Tippen lenken den Blick auf die Aktion.

03Glas und Tiefe

Im Juni 2025 hat Apple mit Liquid Glass die größte Änderung seiner Gestaltung seit Jahren vorgestellt. Das neue Material ist durchscheinend und spiegelt und bricht laut Apple seine Umgebung wie echtes Glas. Es kommt auf iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Apple TV zum Einsatz. Auf Websites lässt sich ein ähnlicher Effekt mit der CSS-Eigenschaft backdrop-filter umsetzen, die alle großen Browser unterstützen.

Der Effekt hat eine Schwäche: Text auf durchscheinendem Hintergrund verliert schnell an Kontrast, sobald sich dahinter etwas Helles bewegt. Glas eignet sich deshalb für Navigationsleisten, Karten über Bildern oder kurze Hinweise, weniger für lange Texte.

Live-DemoFahren Sie mit Maus oder Finger über die Karte

StartLeistungenKontakt

Nächster freier Termin

Donnerstag, 14:00 Uhr

Jetzt buchen

Unscharfer Hintergrund, feiner Rand und ein Lichtreflex, der der Bewegung folgt. Kurze Inhalte bleiben gut lesbar, lange Texte würden hier anstrengend.

04Bewegung direkt aus dem Browser

Für Animationen brauchte man lange Zeit zusätzliche JavaScript-Bibliotheken. Inzwischen übernimmt der Browser vieles selbst. Mit View Transitions gleiten Elemente beim Wechsel von einer Ansicht zur nächsten weich an ihre neue Position. Innerhalb einer Seite funktioniert das seit Oktober 2025 in Chrome, Edge, Firefox und Safari. Übergänge beim Wechsel zwischen zwei Seiten unterstützen Chrome, Edge und Safari.

Scroll-gesteuerte Animationen koppeln eine Bewegung direkt an die Scrollposition. Sie laufen in Chrome, Edge und seit Safari 26, Firefox fehlt noch. Beide Funktionen stehen auf der Liste von Interop 2026, dem gemeinsamen Programm von Apple, Google, Microsoft, Mozilla und Igalia für einheitliches Verhalten in allen Browsern.

Wichtig bleibt das Maß. Wer in den Systemeinstellungen „Bewegung reduzieren“ eingeschaltet hat, sollte auch auf der Website keine großen Animationen sehen. Alle Demos in diesem Beitrag halten sich daran.

Live-DemoScrollen Sie langsam weiter
Beratung
Entwurf
Umsetzung
Start

Die Karten folgen Ihrer Scrollposition, vorwärts wie rückwärts. In Chrome, Edge und Safari geht so etwas inzwischen ganz ohne JavaScript.

05Tempo ist Teil des Designs

Wie schnell eine Seite lädt und reagiert, gehört zur Gestaltung. Google misst das mit den Core Web Vitals. Seit März 2024 sind das drei Werte: LCP für die Ladezeit des größten sichtbaren Elements, INP für die Reaktion auf Klicks und Eingaben und CLS für Inhalte, die beim Laden verrutschen. Als gut gelten ein LCP bis 2,5 Sekunden, ein INP bis 200 Millisekunden und ein CLS bis 0,1, jeweils für mindestens 75 Prozent der Seitenaufrufe.

Viele Designentscheidungen wirken direkt auf diese Werte: ein großes Hintergrundvideo im Kopfbereich, Schriften, die spät nachladen, oder ein Cookie-Banner, das den Inhalt nach unten schiebt. Leichte Seiten verbrauchen außerdem weniger Datenvolumen und Strom auf dem Handy der Besucher.

Live-DemoZwei Seiten im Vergleich

LCP Ladezeit

1,8 sgut

INP Reaktion

120 msgut

CLS Stabilität

0,04gut

Beispielwerte. Die Grenzen für „gut“, „verbesserungswürdig“ und „schlecht“ sind die von Google. Ihre eigenen Werte sehen Sie kostenlos in PageSpeed Insights.

06Hell und dunkel nach Wunsch

Handys und Computer bieten einen dunklen Modus, und wer ihn eingeschaltet hat, merkt sofort, wenn eine Website grell weiß bleibt. Websites können sich danach richten: Die CSS-Funktion light-dark() wählt seit Mai 2024 in allen großen Browsern automatisch die passende Farbe für den hellen oder dunklen Modus.

Ein dunkles Design muss eigens abgestimmt werden. Werden Farben einfach umgekehrt, wirken Fotos zu hell, Schatten verschwinden und dunkle Logos sind auf schwarzem Grund kaum noch zu sehen.

Live-DemoModus umschalten

Im dunklen Modus sind Hintergrund, Text, Button und Bildfläche einzeln abgestimmt und nicht einfach umgekehrt.

07Bausteine statt starrer Raster

Inhalte werden immer öfter in Kacheln unterschiedlicher Größe angeordnet. Dafür hat sich der Name „Bento-Layout“ eingebürgert, nach den japanischen Essensboxen mit ihren Fächern. Das Inhaltsverzeichnis am Anfang dieses Beitrags ist so aufgebaut.

Technisch steckt dahinter neben CSS Grid vor allem eine Funktion: Container Queries. Damit richtet sich ein Baustein nach dem Platz, den er gerade hat, und nicht nur nach der Breite des Bildschirms. Dieselbe Karte erscheint in einer schmalen Spalte untereinander und im breiten Hauptbereich nebeneinander, ohne zweite Version. Container Queries funktionieren seit Februar 2023 in allen großen Browsern.

Live-DemoZiehen Sie den Regler

Leistung

Wimpernverlängerung

Natürlicher Look, hält drei bis vier Wochen.

ab 89 €

Termin

Eine Karte, drei Anordnungen: Die Karte reagiert auf den Platz in ihrem Rahmen, nicht auf die Bildschirmbreite.

08Texte, die Menschen und KI verstehen

Seit März 2025 zeigt Google auch in Österreich bei vielen Suchanfragen eine „Übersicht mit KI“ über den Ergebnissen, seit Oktober 2025 gibt es zusätzlich den KI-Modus. Die KI fasst dort Inhalte von Websites zusammen und verlinkt die Quellen. Google verlangt dafür keine besondere Technik: Eine Seite muss indexiert sein und mit Textausschnitt in der Suche erscheinen dürfen.

Damit wird die Struktur der Texte zu einer Designaufgabe. Überschriften, die echte Fragen aufgreifen, kurze Antworten direkt darunter und konkrete Angaben zu Preis, Dauer und Ablauf helfen den Besuchern, die schnell eine Antwort suchen, und machen die Seite zugleich zu einer brauchbaren Quelle für die KI.

Live-DemoDrehen Sie die Karte um

Vorher

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  • Dauer etwa 2 Stunden
  • hält 3 bis 4 Wochen
  • Termine Montag bis Samstag, online buchbar

Erfundenes Beispiel. Die Rückseite beantwortet die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen, und lässt sich auch von einer KI zitieren.

Wo Sie anfangen sollten

Nicht jede dieser Entwicklungen ist für jede Website gleich wichtig. Für kleine und mittlere Unternehmen hat sich in der Praxis diese Reihenfolge bewährt.

Zuerst

Grundlagen

Ladezeit und Core Web Vitals, gut lesbare Kontraste und Texte, die konkrete Fragen beantworten. Das bringt am meisten und ist unabhängig vom Geschmack.

Danach

Aufbau

Bausteine, die sich an jeden Platz anpassen, und ein abgestimmter dunkler Modus, wenn Ihre Zielgruppe viel am Handy liest.

Als Akzent

Wirkung

Ausdrucksstarke Buttons, Glaseffekte und Bewegung, sparsam eingesetzt und dort, wo sie eine Aktion oder einen Inhalt hervorheben.

Passt Ihre Website noch ins Jahr 2026?

Schreiben Sie mir. Ich sehe mir Ladezeit, Kontraste und Aufbau Ihrer Website an und sage Ihnen, welche dieser Punkte sich bei Ihnen lohnen und welche Sie getrost auslassen können.

Häufige Fragen

Muss meine Website barrierefrei sein?

Das hängt vom Angebot und von der Größe des Unternehmens ab. Das Barrierefreiheitsgesetz gilt seit 28. Juni 2025 unter anderem für Webshops und Online-Buchungsportale. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind ausgenommen. Gute Kontraste, Alternativtexte und eine Bedienung per Tastatur sind trotzdem für jede Website sinnvoll.

Welche Trends lohnen sich für kleine Unternehmen zuerst?

Ladezeit, gut lesbare Texte mit ausreichendem Kontrast und Inhalte, die konkrete Fragen zu Preis, Dauer und Ablauf beantworten. Diese Punkte verbessern die Website für Besucher, für Google und für KI-Antworten gleichzeitig. Gestalterische Effekte wie Glas oder Bewegung kommen danach.

Machen Animationen eine Website langsamer?

Nicht zwangsläufig. Animationen, die nur Position, Größe und Deckkraft verändern, berechnet der Browser sehr effizient, und View Transitions oder scroll-gesteuerte Animationen brauchen keine zusätzliche Bibliothek. Langsam wird eine Seite vor allem durch große Videos, schwere Skripte und Bilder in unnötiger Größe.

Braucht jede Website einen dunklen Modus?

Nein. Ein dunkler Modus ist sinnvoll, wenn die Website viel gelesen wird, etwa abends am Handy. Wenn es ihn gibt, sollte er eigens abgestimmt sein. Ein schlecht umgesetzter dunkler Modus schadet mehr als keiner.

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Marin Florentin

Geschrieben von

Marin Florentin

Webdesigner und Entwickler in Wien. Ich entwickle moderne, dynamische Websites für kleine und mittlere Unternehmen. An erster Stelle steht für mich, dass meine Kunden zufrieden sind.

"Happy client, happy web designer."

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