Google Ads vs KI
Wer in Google fragt „Was kostet eine Wimpernverlängerung in Wien?“, bekommt immer öfter zuerst keinen Link, sondern eine fertige Antwort. Google fasst die Informationen mehrerer Websites in ein paar Absätzen zusammen. Für Unternehmen, die über Google Kunden gewinnen, stellt sich damit eine neue Frage: Lohnt sich bezahlte Werbung noch, wenn die KI selbst antwortet?
Dieser Vergleich Google Ads vs KI ordnet ein, was „KI“ in der Suche konkret bedeutet, wo Anzeigen in Österreich derzeit erscheinen und wo nicht, was die KI innerhalb von Google Ads schon heute steuert und was eine Website braucht, damit sie in KI-Antworten als Quelle genannt wird. Alle Angaben zur Verfügbarkeit beziehen sich auf den Stand Oktober 2026.
Zwei Bedeutungen von „KI“ in diesem Vergleich
Wenn von „Google Ads vs. KI“ die Rede ist, werden meistens zwei verschiedene Dinge vermischt.
KI als neue Suchoberfläche
Die Übersicht mit KI und der KI-Modus bei Google sowie Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Microsoft Copilot beantworten Fragen direkt. Sie konkurrieren um dieselbe Aufmerksamkeit wie Anzeigen und normale Suchergebnisse.
KI als Werkzeug in Google Ads
Gebote, Anzeigentexte und die Auswahl der Suchbegriffe werden zunehmend automatisch gesteuert. Das betrifft jede Kampagne, auch wenn die Anzeige ganz klassisch über den Suchergebnissen steht.
Beides hängt zusammen, wirkt sich aber unterschiedlich aus. Die folgenden Abschnitte behandeln zuerst die Suchoberfläche und danach die Werkzeuge.
Was Nutzer in der Google-Suche heute sehen
Übersicht mit KI
Seit März 2025 zeigt Google auch in Österreich bei vielen Suchanfragen eine „Übersicht mit KI“ über den normalen Ergebnissen an, zum Start nur für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren. Die Übersicht fasst eine Antwort in wenigen Absätzen zusammen und verlinkt die Websites, aus denen die Informationen stammen. Google blendet sie nur ein, wenn die Systeme sie für hilfreicher halten als die reine Ergebnisliste. Das ist vor allem bei Fragen, Vergleichen und Erklärungen der Fall.
KI-Modus
Seit Oktober 2025 gibt es in Österreich zusätzlich den KI-Modus, einen eigenen Bereich der Google-Suche, erreichbar über die Startseite, einen Reiter in den Suchergebnissen oder die Google-App. Dort führt man eher ein Gespräch als eine einzelne Suche: Man stellt längere Fragen, fragt nach und kann auch ein Foto hochladen. Im Hintergrund zerlegt Google die Frage in mehrere Teilsuchen und baut die Antwort aus deren Ergebnissen zusammen. Google nennt dieses Verfahren „Query Fan-out“. Für Websites bedeutet das, dass auch eine Seite zur Quelle werden kann, die nur eine Teilfrage gut beantwortet.
KI-Assistenten außerhalb von Google
Ein Teil der Recherche findet gar nicht mehr bei Google statt, sondern in ChatGPT, Gemini, Microsoft Copilot oder Perplexity. Diese Assistenten können ebenfalls im Web suchen und ihre Quellen verlinken. Wie oft Ihre Kunden sie nutzen, um einen Betrieb in der Nähe zu finden, hängt stark von Branche und Zielgruppe ab. In Google Analytics erkennen Sie solche Besuche an Verweisen von Domains wie chatgpt.com oder perplexity.ai.
Wo Anzeigen in der KI-Suche erscheinen
Für Werbetreibende ist entscheidend, an welchen Stellen eine Anzeige überhaupt ausgespielt werden kann. In diesem Punkt unterscheidet sich Österreich deutlich von den USA.
| Platzierung | In Österreich | Hinweis |
|---|---|---|
| Über und unter der Übersicht mit KI | verfügbar | in allen Ländern, in denen es die Übersicht gibt, aus Such-, Shopping-, Performance-Max- und App-Kampagnen |
| Direkt in der Übersicht mit KI | noch nicht | laut Google in 12 Ländern, nur auf Englisch, darunter USA, Kanada und Australien |
| Im KI-Modus | offen | zuerst in den USA eingeführt, die Ausweitung erfolgt schrittweise |
| In ChatGPT | noch nicht | Test seit Februar 2026, Stand August 2026 in den USA, Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea, nur für Nutzer der Tarife Free und Go |
Eine eigene Kampagne „für die KI“ gibt es bei Google nicht. Für diese Flächen wählt Google Anzeigen aus bestehenden Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen aus. Ausgenommen sind sensible Branchen: In KI-Übersichten zeigt Google laut eigener Hilfeseite keine Anzeigen zu Themen wie Gesundheit, Finanzen, Glücksspiel, Alkohol oder Politik. Eine Zahnarztpraxis oder ein Finanzberater erscheint also auch dort, wo die Funktion verfügbar ist, nur über oder unter der KI-Antwort.
Stand prüfen: Google erweitert diese Flächen laufend. Den aktuellen Stand finden Sie in der Google-Ads-Hilfe unter „Anzeigen in KI-Übersichten“.
Was die KI in Google Ads übernimmt
Unabhängig davon, wo die Anzeige erscheint, steckt in Google Ads selbst schon viel Automatisierung. Drei Funktionen begegnen Ihnen in fast jedem Konto.
Automatische Gebote (Smart Bidding)
Statt für jeden Suchbegriff einen festen Klickpreis festzulegen, geben Sie ein Ziel vor, etwa möglichst viele Anfragen zu einem bestimmten Preis pro Anfrage. Google setzt dann bei jeder einzelnen Auktion ein eigenes Gebot und berücksichtigt dabei Gerät, Uhrzeit, Ort und weitere Signale. Das funktioniert nur, wenn Google weiß, welche Klicks tatsächlich zu Anrufen oder Anfragen geführt haben. Ohne sauberes Conversion-Tracking optimiert das System auf die falschen Klicks.
Performance Max
Performance Max ist eine Kampagnenart, die mit einem Budget und einer Sammlung aus Texten, Bildern und Videos gleichzeitig in der Suche, auf YouTube, in Discover, Gmail, Google Maps und im Displaynetzwerk wirbt. Wo welche Anzeige läuft, entscheidet weitgehend Google. Für Onlineshops mit gepflegtem Produktfeed ist das oft der naheliegende Weg. Bei einem kleinen Dienstleister mit wenig Budget kann sich das Geld dagegen auf Flächen verteilen, die kaum Anfragen bringen. Ein regelmäßiger Blick in die Berichte zu Kanälen und Suchbegriffen zeigt, wohin das Budget tatsächlich fließt.
AI Max für Suchkampagnen
Seit Mai 2025 bietet Google für klassische Suchkampagnen ein Zusatzpaket namens AI Max an. Es erweitert die hinterlegten Keywords um verwandte Suchanfragen, passt Anzeigentexte an die jeweilige Suche an und kann Besucher auf eine andere Seite Ihrer Website schicken als die hinterlegte, wenn diese nach Einschätzung von Google besser passt. Die Textanpassung und die URL-Erweiterung lassen sich einzeln einschränken. Das sollten Sie bewusst entscheiden, bevor Google etwa einen Aktionspreis bewirbt, der längst abgelaufen ist, oder Besucher auf eine veraltete Unterseite schickt.
Was die Automatisierung nicht abnimmt
- Ziel und Budget. Was eine Anfrage kosten darf, kann nur der Betrieb selbst beurteilen.
- Saubere Daten. Automatische Gebote sind nur so gut wie das Conversion-Tracking, aus dem sie lernen.
- Kontrolle der Suchbegriffe. Der Suchbegriffbericht zeigt, bei welchen Suchen Ihre Anzeige tatsächlich erschienen ist. Unpassende Begriffe schließen Sie aus.
- Die Zielseite. Keine Automatisierung rettet einen Klick, der auf einer langsamen oder unklaren Seite landet.
Anzeige und KI-Quelle im Vergleich
In der KI-Suche gibt es zwei Wege, sichtbar zu werden: Sie bezahlen für eine Anzeige oder Ihre Website wird als Quelle der Antwort genannt. Die beiden Wege funktionieren nach völlig unterschiedlichen Regeln.
| Kriterium | Anzeige (Google Ads) | Quelle in der KI-Antwort |
|---|---|---|
| Wie man hinkommt | Budget, Gebot und eine passende Anzeige | Inhalte, die die Frage gut beantworten und die Google als verlässlich einstuft |
| Kosten | Preis pro Klick | kein Klickpreis, dafür Arbeit an Website und Inhalten |
| Kontrolle | Text, Region und Zeitraum bestimmen Sie selbst | Google formuliert die Antwort und wählt die Quellen aus |
| Planbarkeit | sofort sichtbar, solange Budget da ist | kann sich von Suche zu Suche ändern |
| Messbarkeit | genau, bis zur einzelnen Anfrage | in der Search Console mitgezählt, aber nicht getrennt ausgewiesen |
So wird Ihre Website zur Quelle der KI-Antwort
Google schreibt dazu in seiner Dokumentation für Website-Betreiber ausdrücklich: Für die Übersicht mit KI und den KI-Modus gibt es keine zusätzlichen Anforderungen und keine besondere Optimierung, kein spezielles Markup und keine eigene KI-Datei. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Textausschnitt in der Suche erscheinen dürfen. Ob sie als Quelle ausgewählt wird, hängt von denselben Dingen ab wie in der normalen Suche. Der oft gehörte Rat, FAQ-Markup bringe eine Seite in die KI-Antwort, stimmt so also nicht. Strukturierte Daten helfen Google beim Verstehen, garantieren aber keinen Platz.
Für die KI-Suche
- Echte Kundenfragen beantworten. Preis, Dauer, Ablauf, Anfahrt. Die Antwort steht direkt unter der Frage und nicht drei Absätze später.
- Eine Seite pro Leistung. Wimpernverlängerung und Wimpernlifting bekommen je eine eigene Seite statt einer Aufzählung auf der Startseite.
- Konkret werden. „Ab 89 Euro, Dauer etwa zwei Stunden“ lässt sich zitieren, „faire Preise“ nicht.
- Google Unternehmensprofil pflegen. Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos und Antworten auf Bewertungen.
- Technik prüfen. Wichtige Seiten sind indexiert, am Handy schnell und tragen kein „noindex“ oder „nosnippet“.
- Zeigen, wer dahintersteht. Name, Erfahrung, Adresse und Telefonnummer gut sichtbar und überall gleich geschrieben.
Für Google Ads
- Conversion-Tracking einrichten. Für Anrufe, Formulare und Klicks auf WhatsApp, bevor automatische Gebote aktiv werden.
- Ein klares Ziel je Kampagne. Zum Beispiel Kosten pro Anfrage, an dem sich die Gebote ausrichten.
- Suchbegriffe wöchentlich prüfen. Unpassende Begriffe als ausschließende Keywords hinterlegen.
- Automatische Texte bewusst einstellen. Textanpassung und URL-Erweiterung bei AI Max nur dort zulassen, wo die Website aktuell ist.
- Passende Zielseiten. Jede Anzeigengruppe führt auf die Seite, die genau dieses Angebot zeigt.
- Berichte lesen. Bei Performance Max regelmäßig nachsehen, auf welchen Kanälen das Budget ausgegeben wird.
Was messbar ist und was nicht
Klicks aus der Übersicht mit KI und dem KI-Modus zählt die Google Search Console im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ mit. Einen eigenen Filter dafür gibt es nicht. Sie sehen also, ob Ihre Klicks und Impressionen insgesamt steigen oder fallen, aber nicht, wie viele davon über die KI-Antwort kamen.
Besuche aus ChatGPT, Perplexity oder Copilot erscheinen in Google Analytics meist als Verweis von der jeweiligen Domain. Nicht jeder dieser Besuche wird erkannt: Wer einen Link aus einer App kopiert und im Browser öffnet, landet in der Statistik oft als direkter Aufruf. In Google Ads werten Sie weiterhin pro Kampagne aus, einen eigenen Bericht nur für Anzeigen im Umfeld der KI-Antworten bietet Google bisher nicht an.
Kurz-Check: Ist Ihre Website bereit für die KI-Suche?
Haken Sie ab, was auf Ihre Website heute schon zutrifft.
Haken Sie die Punkte ab, die bereits erfüllt sind.
Was das für Betriebe in Wien bedeutet
Für die meisten kleinen Unternehmen bleibt die Grundfrage dieselbe. Wer schnell Anfragen braucht, kann sie über Google Ads kaufen, und die Anzeigen stehen in Österreich weiterhin gut sichtbar über der KI-Antwort. Wer langfristig ohne Klickkosten gefunden werden will, braucht eine Website, die Google versteht.
Verschoben hat sich das Gewicht. Eine Website mit klaren Antworten, konkreten Preisen und eigenen Seiten für jede Leistung hat jetzt eine zusätzliche Chance, weil die KI sie als Quelle nennt. Eine dünne Website mit einem Satz pro Leistung verliert dagegen doppelt: in der normalen Ergebnisliste und in der Antwort darüber, in der dann die Konkurrenz zitiert wird. Bei Suchen wie „Friseur 1070“ stehen meist weiterhin die Karte und das Google Unternehmensprofil im Vordergrund. Bei Fragen zu Preisen, Abläufen und Unterschieden greift dagegen öfter die KI-Antwort, und genau dort entscheidet sich, wer genannt wird.
Wird Ihre Website von der KI gefunden?
Schreiben Sie mir. Ich prüfe, ob Ihre wichtigsten Seiten indexiert sind, ob sie die Fragen Ihrer Kunden beantworten und was fehlt, damit Google sie als Quelle nutzen kann.
Häufige Fragen
Gibt es in Österreich schon Anzeigen in der Übersicht mit KI?
Direkt in der Übersicht noch nicht. Laut Google sind Anzeigen innerhalb der KI-Übersicht derzeit in 12 Ländern und nur auf Englisch verfügbar, Österreich gehört nicht dazu (Stand Oktober 2026). Über und unter der Übersicht erscheinen Anzeigen aber auch in Österreich.
Brauche ich eine eigene Kampagne für die KI-Suche?
Nein. Google wählt die Anzeigen für diese Flächen aus bestehenden Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen aus. Wichtig sind passende Keywords, aktuelle Anzeigentexte und eine Zielseite, die zur Suche passt.
Bringt FAQ-Markup meine Website in die KI-Antwort?
Nicht automatisch. Google nennt für die Übersicht mit KI und den KI-Modus keine besonderen Anforderungen. Eine Seite muss indexiert sein und mit Textausschnitt erscheinen dürfen. Strukturierte Daten helfen Google beim Verstehen, entscheidend ist aber, ob die Seite die Frage gut und konkret beantwortet.
Macht die KI-Suche Google Ads überflüssig?
Nein. Anzeigen erscheinen in Österreich weiterhin über und unter der KI-Antwort, und in Google Ads selbst übernimmt die KI immer mehr Aufgaben bei Geboten und Texten. Was sich ändern kann, ist das Klickverhalten. Deshalb lohnt es sich, die Kosten pro Anfrage regelmäßig zu prüfen.
Kann ich verhindern, dass Google meine Inhalte für KI-Antworten nutzt?
Ja, mit den üblichen Steuerungen für Suchergebnisse wie nosnippet, data-nosnippet, max-snippet oder noindex. Diese Einstellungen wirken aber auch auf die normale Suche. Wer sie setzt, wird dort ebenfalls mit weniger oder ohne Textausschnitt angezeigt.
